Brandschott-Kennzeichnung

Brandschott-Kennzeichnung: Was gehört auf das Schild?

Veröffentlicht am 31.07.2026

Brandabschottungen sorgen dafür, dass sich Feuer, Rauch und Wärme nicht ungehindert über Kabel- und Rohrdurchführungen in angrenzende Brandabschnitte ausbreiten können. Damit eine Abschottung auch Jahre nach dem Einbau eindeutig identifiziert, kontrolliert und gewartet werden kann, ist eine nachvollziehbare Brandschott-Kennzeichnung besonders wichtig.

Ein Kennzeichnungsschild zeigt auf einen Blick, welches Abschottungssystem verbaut wurde, wann die Arbeiten ausgeführt wurden und wer für die Ausführung verantwortlich war. Noch besser ist es, wenn die Kennzeichnung mit einer digitalen Dokumentation verbunden ist. So lassen sich Fotos, Pläne, Produktinformationen und spätere Änderungen dauerhaft der richtigen Brandabschottung zuordnen.

Warum müssen Brandabschottungen gekennzeichnet werden?

Nach dem Verschliessen eines Wand- oder Deckendurchbruchs ist von aussen nicht immer erkennbar, welche Materialien und Systeme verwendet wurden. Auch der genaue Aufbau, die zulässige Belegung oder der erreichte Feuerwiderstand lassen sich später häufig nicht mehr ohne Weiteres feststellen.

Eine eindeutige Kennzeichnung schafft deshalb Transparenz. Sie erleichtert unter anderem:

  • Kontrolle und Abnahme der ausgeführten Arbeiten

  • Spätere Wartung und Instandhaltung

  • Zuordnung zu Plänen und Dokumentationsunterlagen

  • Beurteilung bei Umbauten oder Nachbelegungen

  • Erkennen unzulässiger Veränderungen

  • Kommunikation zwischen Eigentümern, Fachplanern und ausführenden Unternehmen

Gerade in grösseren Gebäuden können sich mehrere hundert oder sogar mehrere tausend Abschottungen befinden. Ohne ein einheitliches Kennzeichnungssystem wird es schnell schwierig, einzelne Positionen zuverlässig wiederzufinden.

Die schweizweit gültigen VKF-Brandschutzvorschriften bilden die rechtliche Grundlage für den Brandschutz in Gebäuden. Sie enthalten unter anderem Anforderungen an Brandschutzprodukte, Qualitätssicherung, Dokumentation und Unterhalt. Abschottungen müssen zudem so ausgeführt sein, dass sie den Durchgang von Feuer, Wärme und Rauch entsprechend der jeweiligen Klassifikation verhindern.

Was gehört bei einer Brandschott-Kennzeichnung auf das Schild?

Welche Angaben im konkreten Projekt erforderlich sind, hängt vom verwendeten System, den Herstellervorgaben, dem Brandschutzkonzept und den projektspezifischen Anforderungen ab. Ein Kennzeichnungsschild sollte jedoch mindestens so viele Informationen enthalten, dass die Abschottung eindeutig identifiziert und überprüft werden kann.

1. Eindeutige Identifikationsnummer

Jede Brandabschottung sollte eine eigene Nummer erhalten. Diese kann beispielsweise aus der Etage, dem Gebäudebereich und einer fortlaufenden Positionsnummer bestehen.

Ein mögliches Schema wäre: UG–Technikraum–BS–027

Die Identifikationsnummer muss mit den Angaben in der Dokumentation und im Gebäudeplan übereinstimmen. Dadurch kann die Abschottung auch dann eindeutig gefunden werden, wenn mehrere ähnliche Systeme nebeneinander eingebaut wurden.

2. Verwendetes Abschottungssystem

Auf dem Schild sollte erkennbar sein, um welche Art von Abschottung es sich handelt. Mögliche Angaben sind zum Beispiel:

  • Kabelabschottung

  • Rohrabschottung

  • Kombiabschottung

  • Weichschott

  • Mörtelschott bzw. Hartschott

  • Brandschutzmanschette

  • Brandschutzkissen

Zusätzlich sollte das konkret eingesetzte System oder Produkt angegeben werden. Die Bezeichnung muss mit der zugehörigen Zulassung, Leistungserklärung bzw. Anwendungsdokumentation übereinstimmen.

Ein Produktname allein reicht nicht aus, wenn daraus nicht hervorgeht, in welchem geprüften System und für welche Einbausituation das Produkt verwendet wurde.

3. Hersteller und Produktbezeichnung

Die Angabe des Herstellers und der genauen Produktbezeichnung erleichtert spätere Kontrollen und Änderungen. Wird beispielsweise eine Leitung ergänzt, muss geprüft werden, ob die geplante Nachbelegung innerhalb des zulässigen Anwendungsbereichs des bestehenden Systems liegt.

Unterschiedliche Brandschutzprodukte dürfen nicht beliebig miteinander kombiniert oder ausgetauscht werden. Die Brandabschottung funktioniert immer als geprüftes Gesamtsystem aus:

  • dem durchdrungenen Bauteil,

  • der Art und Grösse des Durchbruchs,

  • den hindurchgeführten Installationen,

  • den verwendeten Brandschutzprodukten,

  • der Einbaudicke und

  • den erforderlichen Abständen.

4. Feuerwiderstand bzw. Klassifikation

Soweit für die eindeutige Dokumentation erforderlich, sollte die erreichte bzw. geforderte Feuerwiderstandsklassifikation auf dem Kennzeichnungsschild vermerkt werden.

In den Schweizer Brandschutzvorschriften werden Abschottungssysteme unter anderem nach ihrer Feuerwiderstandsfähigkeit klassifiziert. Entscheidend ist, dass die Abschottung zur Anforderung der durchdrungenen Wand oder Decke passt und entsprechend dem geprüften System ausgeführt wurde.

Die Angabe auf dem Schild ersetzt allerdings nicht den vollständigen Systemnachweis. Dieser gehört in die Projektdokumentation.

5. Ausführendes Unternehmen

Auf dem Schild sollte vermerkt werden, welches Fachunternehmen die Brandabschottung eingebaut hat. Sinnvoll sind:

  • Name des Unternehmens

  • Kontaktmöglichkeit

  • verantwortliche Fachperson oder Monteur

  • interne Auftrags- oder Projektnummer, falls vorhanden

Damit bleibt nachvollziehbar, wer die Arbeiten ausgeführt hat und an wen sich Eigentümer oder Betreiber bei späteren Fragen wenden können.

Als erfahrenes Brandschutz-Unternehmen unterstützt die Allseal AG Bauherren, Gebäudebetreiber und Bauleitungen bei der fachgerechten Planung, Ausführung und Dokumentation von Brandabschottungen in der Schweiz.

6. Einbau- und Kontrolldatum

Das Einbaudatum gehört ebenfalls zur Brandschott-Kennzeichnung. Wurde die Abschottung später kontrolliert, instand gesetzt oder verändert, sollten auch diese Arbeiten dokumentiert werden.

Damit lässt sich nachvollziehen:

  • wann die Abschottung eingebaut wurde,

  • ob bereits Kontrollen erfolgt sind,

  • wann Änderungen vorgenommen wurden,

  • welcher Zustand zuletzt festgestellt wurde.

Besonders wichtig ist das bei Gebäuden, in denen technische Installationen regelmässig erweitert oder umgebaut werden.

7. Nachweis- oder Zulassungsreferenz

Je nach Projekt und System kann auf dem Schild zusätzlich eine Referenz zur zugehörigen Zulassung, Anerkennung, Leistungserklärung oder Einbauanleitung vermerkt werden.

Die vollständigen Dokumente müssen nicht auf das Schild gedruckt werden. Die Referenz sollte jedoch ausreichen, um den zugehörigen Systemnachweis in der digitalen oder physischen Dokumentation schnell zu finden.

Sind QR-Codes für die Kennzeichnung sinnvoll?

Ein QR-Code kann die klassische Brandschott-Kennzeichnung sinnvoll ergänzen. Über ihn lassen sich alle relevanten Informationen direkt mit der jeweiligen Abschottung verbinden.

Dazu können gehören:

  • Fotos vor und nach dem Verschliessen

  • Position im Gebäudeplan

  • verwendete Produkte und Mengen

  • System- und Zulassungsunterlagen

  • Feuerwiderstand

  • Einbaudatum

  • verantwortlicher Monteur

  • Prüf- und Wartungshistorie

  • dokumentierte Nachbelegungen oder Reparaturen

Allseal nutzt dafür eine Kombination aus dem eigenen I-WISA-Erfassungssystem und einer mobilen Ausmass-App. Die Abschottungen werden mit robusten QR-Code-Stickern gekennzeichnet und direkt vor Ort digital erfasst. Jede Position kann mit Foto und Planeintrag hinterlegt werden. Mehr dazu erfahren Sie auf unserer Seite zur intelligenten Brandschutzverwaltung.

Wo sollte das Kennzeichnungsschild angebracht werden?

Das Schild sollte gut sichtbar und dauerhaft in unmittelbarer Nähe der Brandabschottung angebracht werden. Dabei darf es weder die Funktion der Abschottung beeinträchtigen noch wichtige Bauteile verdecken.

Bei beidseitig zugänglichen Wänden kann es sinnvoll sein, die Abschottung auf beiden Seiten zu kennzeichnen. In Schächten, Deckenhohlräumen oder schwer zugänglichen Bereichen muss die Position so gewählt werden, dass sie bei einer Kontrolle noch auffindbar bleibt.

Ein Kennzeichnungsschild nützt wenig, wenn es nach Fertigstellung des Gebäudes durch eine abgehängte Decke, eine Verkleidung oder technische Installationen verdeckt wird!

Reicht das Schild als Dokumentation aus?

Nein. Das Schild ist nur ein Teil der Dokumentation. Es dient in erster Linie dazu, die Abschottung vor Ort eindeutig zu identifizieren und mit den ausführlichen Unterlagen zu verbinden.

Eine vollständige Dokumentation sollte zusätzlich enthalten:

  • Gebäude- und Geschosspläne mit Positionsangaben

  • Fotodokumentation

  • Angaben zum durchdrungenen Bauteil

  • Abmessungen des Durchbruchs

  • Art und Anzahl der durchgeführten Leitungen

  • verwendetes Abschottungssystem

  • System- und Produktnachweise

  • Angaben zur Ausführung

  • dokumentierte Abweichungen und Sonderlösungen

  • Abnahme-, Kontroll- und Wartungsinformationen

Dabei gilt: Die Dokumentation muss den tatsächlichen Zustand vor Ort wiedergeben. Ein korrekt ausgefülltes Schild kann eine mangelhaft oder abweichend ausgeführte Brandabschottung nicht ausgleichen.

Was ist bei einer Nachbelegung zu beachten?

Werden später neue Kabel oder Leitungen durch eine bestehende Abschottung geführt, darf das Kennzeichnungsschild nicht einfach übernommen werden, ohne die Veränderung zu dokumentieren.

Vor jeder Nachbelegung muss geprüft werden:

  • ob das System eine Nachbelegung erlaubt,

  • welche Installationen ergänzt werden dürfen,

  • ob die maximal zulässige Belegung eingehalten wird,

  • ob Mindestabstände und Randabstände weiterhin stimmen,

  • welche Materialien für den erneuten Verschluss verwendet werden müssen,

  • ob die Feuerwiderstandsfähigkeit erhalten bleibt.

Anschliessend sind Kennzeichnung und Dokumentation zu aktualisieren. Eine nicht dokumentierte Nachbelegung kann dazu führen, dass bei einer späteren Kontrolle nicht mehr nachvollziehbar ist, ob die Abschottung weiterhin den Anforderungen entspricht.

Fazit: Eine eindeutige Kennzeichnung schafft Sicherheit und Transparenz

Eine fachgerechte Brandschott-Kennzeichnung macht Brandabschottungen eindeutig identifizierbar und erleichtert Kontrollen, Wartungen sowie spätere Umbauten. Auf das Schild gehören insbesondere eine eindeutige Positionsnummer, das verwendete System, Hersteller und Produkt, die relevante Klassifikation, das ausführende Unternehmen sowie das Einbaudatum.

Das Kennzeichnungsschild ersetzt jedoch keine vollständige Dokumentation. Besonders zuverlässig ist eine digitale Lösung, bei der jede Abschottung mit Fotos, Planpositionen, Systemunterlagen und ihrer gesamten Änderungshistorie verknüpft wird.

Als Brandschutz-Unternehmen unterstützen wir Sie bei der fachgerechten Ausführung, Kennzeichnung und digitalen Dokumentation Ihrer Brandabschottungen – von einzelnen Positionen bis zu umfangreichen Brandschutzprojekten in Basel, Luzern und der gesamten Schweiz.