Brandschutzkissen zur Kabelabschottung einer Kabeltrasse in einer Betonwand

Brandschutzkissen: Wann eignen sie sich für Kabelabschottungen?

Veröffentlicht am 06.10.2026

Brandschutzkissen sind eine flexible Möglichkeit, Kabeldurchführungen in Wänden und Decken brandschutztechnisch zu verschliessen. Sie kommen besonders dort infrage, wo Leitungswege später verändert oder zusätzliche Kabel nachgezogen werden sollen. Im Gegensatz zu dauerhaft vergossenen Abschottungen lassen sich die einzelnen Kissen bei dafür vorgesehenen Systemen wieder entnehmen und neu einsetzen.

Gerade in Technikräumen, Rechenzentren oder Gebäuden mit häufig wechselnden Installationen kann das ein praktischer Vorteil sein. Trotzdem gilt: Brandschutzkissen dürfen nicht beliebig eingesetzt werden. Entscheidend ist immer, ob das gewählte System für die konkrete Wand- oder Deckenkonstruktion, die Leitungsbelegung und den erforderlichen Feuerwiderstand geeignet und entsprechend geprüft ist.

Die Allseal AG setzt unterschiedliche Lösungen für Kabelabschottungen im Brandschutz ein und wählt das passende System anhand der jeweiligen Einbausituation aus.

Was sind Brandschutzkissen?

Brandschutzkissen sind vorgefertigte, flexible Elemente, die in Öffnungen rund um Kabel, Kabelbündel oder Kabeltrassen eingebaut werden. Je nach System bestehen sie aus einem widerstandsfähigen Gewebe und einer speziellen Füllung mit brandschutztechnischen Eigenschaften.

Die Kissen werden so in die vorhandene Öffnung eingebracht, dass die verbleibenden Zwischenräume möglichst vollständig geschlossen werden. Im Brandfall soll das System verhindern beziehungsweise ausreichend lange begrenzen, dass sich Feuer und heisse Gase über die Leitungsdurchführung in den angrenzenden Brandabschnitt ausbreiten.

Wie ein solches System konkret aufgebaut sein kann, zeigt etwa die technische Auskunft für ein Brandschutzkissen-System von Hilti. Dort wird ein Abschottungssystem für Kabeldurchführungen beschrieben, das für bestimmte Wand- und Deckenkonstruktionen geprüft wurde und eine definierte Feuerwiderstandsklasse erreicht.

Das Beispiel zeigt zugleich einen wichtigen Punkt: Nicht das einzelne Kissen besitzt losgelöst von der Einbausituation eine bestimmte Schutzwirkung, sondern das geprüfte Abschottungssystem als Ganzes.

Wann sind Brandschutzkissen besonders sinnvoll?

Der grosse Vorteil von Brandschutzkissen liegt in ihrer Flexibilität. Werden technische Installationen regelmässig ergänzt oder verändert, kann ein wieder zugängliches System deutlich praktischer sein als eine vollständig starre Abschottung.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • Kabeltrassen mit späteren Nachbelegungen

  • Technik- und Serverräume

  • Elektroverteilungen

  • Industrie- und Gewerbegebäude mit häufigen Umbauten

  • temporäre oder veränderbare Kabeldurchführungen

Ob Brandschutzkissen tatsächlich die beste Lösung darstellen, hängt jedoch von der konkreten Situation ab. Bei der Auswahl von Abschottungen für elektrische Leitungen spielen unter anderem Belegungsdichte, Zugänglichkeit der Öffnung und notwendige Nachbelegungen eine Rolle. Auch Promat berücksichtigt diese Faktoren bei der Auswahl von Abschottungssystemen für Installationen.

Gerade die Nachbelegung ist damit einer der Punkte, bei denen Brandschutzkissen ihre Stärke ausspielen können.

Warum müssen Kabeldurchführungen überhaupt abgeschottet werden?

Kabel verlaufen in modernen Gebäuden häufig durch mehrere Brandabschnitte. Dafür müssen Wände und Decken durchbrochen werden. Wird eine solche Öffnung nicht fachgerecht verschlossen, entsteht eine Schwachstelle in der Brandabschnittsgrenze.

Feuer, Rauch und heisse Gase könnten sich im Brandfall über die Durchführung in angrenzende Bereiche ausbreiten. Deshalb müssen brandschutzrelevante Öffnungen mit dafür vorgesehenen Abschottungssystemen geschlossen werden.

Mehr zur grundsätzlichen Auswahl verschiedener Systeme finden Sie auch in unserem Beitrag Durchbrüche brandschutzgerecht verschliessen.

Wie werden Brandschutzkissen eingebaut?

Die einzelnen Kissen werden entsprechend den Vorgaben des jeweiligen Systems dicht um die vorhandenen Kabel und in die verbleibende Öffnung eingebracht. Je nach Wand, Decke und System können zusätzliche Bauteile oder Sicherungsmassnahmen erforderlich sein.

Gerade bei Deckendurchführungen spielt die mechanische Sicherung eine wichtige Rolle. Die einzelnen Elemente dürfen sich nicht verschieben oder aus der Öffnung lösen. Die technischen Unterlagen des Herstellers beziehungsweise der entsprechende Systemnachweis geben deshalb genau vor, wie die Abschottung aufgebaut werden muss.

Auch die Grösse der Öffnung, die Wand- oder Deckendicke sowie Art und Menge der Kabel sind relevant.

Eine optisch geschlossene Öffnung ist deshalb nicht automatisch eine fachgerecht ausgeführte Brandabschottung.

Was ist bei einer späteren Nachbelegung zu beachten?

Hier liegt einer der wichtigsten Unterschiede zu vielen starren Systemen. Kabel können bei dafür vorgesehenen Brandschutzkissen-Systemen vergleichsweise einfach ergänzt werden.

Dafür werden einzelne Kissen entnommen, die neuen Leitungen durchgeführt und die Öffnung anschliessend wieder entsprechend dem System verschlossen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass beliebig viele Kabel ergänzt werden dürfen. Vor jeder Nachbelegung muss geprüft werden, ob die zulässige Belegung, Abstände und weiteren Vorgaben des Systems weiterhin eingehalten werden.

Auch die bestehende Abschottung sollte nach dem Eingriff vollständig kontrolliert werden. Werden Kissen falsch zurückgelegt oder bleiben grössere Zwischenräume bestehen, kann die vorgesehene Schutzwirkung beeinträchtigt werden.

Die Nachbelegung sollte zudem dokumentiert werden. Bei der Allseal AG kommen dafür unter anderem digitale Lösungen zur Dokumentation und Verwaltung von Brandabschottungen zum Einsatz.

Brandschutzkissen oder andere Kabelabschottung?

Brandschutzkissen sind nur eine von mehreren Möglichkeiten, Kabeldurchführungen brandschutztechnisch zu verschliessen.

Andere Systeme arbeiten etwa mit Mörtel, Brandschutzplatten, Schäumen, Modulsteinen oder speziellen Dichtmassen. Welche Variante sinnvoll ist, hängt stark von der Nutzung ab.

Bei einer Kabeltrasse, die nach Fertigstellung voraussichtlich kaum verändert wird, kann ein dauerhaftes System sinnvoll sein. In Bereichen mit regelmässigen technischen Erweiterungen kann dagegen eine leicht nachbelegbare Lösung Vorteile bieten.

Auch die Grösse der Öffnung und die Kabelbelegung spielen eine Rolle. Eine pauschale Empfehlung ist deshalb nicht sinnvoll.

Welche Vorteile haben Brandschutzkissen?

Der wesentliche Vorteil ist die Anpassungsfähigkeit. Gerade in Gebäuden, deren technische Infrastruktur sich häufig verändert, können Brandschutzkissen den späteren Zugang zu einer Kabeldurchführung erleichtern.

Hinzu kommen je nach System weitere Vorteile:

  • vergleichsweise einfache Nachbelegung

  • vorgefertigte Elemente

  • kein vollständiges Vergiessen der Öffnung

  • flexible Anpassung an unterschiedliche Kabelbelegungen

  • einzelne Elemente können bei geeigneten Systemen erneut eingesetzt werden

Dieser praktische Nutzen darf allerdings nicht dazu führen, die technischen Vorgaben weniger genau zu nehmen. Auch ein flexibles Abschottungssystem muss dauerhaft den vorgesehenen Feuerwiderstand erfüllen.

Wo liegen die Grenzen von Brandschutzkissen?

Nicht jede Kabeldurchführung eignet sich automatisch für ein Kissensystem.

Grenzen können sich durch die maximal zulässige Öffnungsgrösse, die Bauteilkonstruktion, die Menge und Anordnung der Kabel oder die erforderliche Feuerwiderstandsklasse ergeben. Auch mechanische Belastungen und die Einbaulage sind zu berücksichtigen.

Bei stark belegten Durchführungen kann es zudem schwieriger werden, sämtliche Zwischenräume entsprechend den Systemvorgaben zu schliessen.

Hier zeigt sich, warum die Wahl eines Abschottungssystems immer anhand der realen Baustellensituation erfolgen sollte. Die komfortabelste Lösung ist nicht automatisch die technisch richtige Lösung.

Welche Anforderungen gelten in der Schweiz?

Für die Verwendung von Brandschutzkissen in der Schweiz sind die brandschutztechnischen Anforderungen an die jeweilige Abschottung sowie die Nachweise des eingesetzten Systems massgebend.

Ein konkretes Beispiel liefert die technische Auskunft für das bereits genannte Hilti-Brandschutzkissen. Sie nennt unter anderem geprüfte Wand- und Deckenkonstruktionen, Öffnungsgrössen, Prüfgrundlagen und die erreichte Feuerwiderstandsklasse.

Das macht deutlich, dass Produkte nicht pauschal eingesetzt werden können. Ein System darf nur innerhalb des nachgewiesenen beziehungsweise zugelassenen Anwendungsbereichs verwendet werden.

Für die Ausführung bedeutet das: Vor dem Einbau müssen unter anderem Bauteil, Öffnung, Kabelbelegung und gewünschter Feuerwiderstand geprüft werden.

Warum sind Kennzeichnung und Dokumentation wichtig?

Nach Fertigstellung ist von aussen häufig nicht mehr ohne Weiteres erkennbar, welche Komponenten zu einer Brandabschottung gehören und nach welchem System sie ausgeführt wurde.

Eine eindeutige Kennzeichnung erleichtert spätere Kontrollen und Nachbelegungen. Besonders bei Brandschutzkissen ist dies wichtig, weil die Öffnung häufig gerade deshalb gewählt wird, weil spätere Veränderungen erwartet werden.

In unserem Beitrag zur Brandschott-Kennzeichnung erklären wir ausführlicher, welche Angaben sinnvoll sind und warum eine Dokumentation über die reine Kennzeichnung hinausgehen sollte.

Wann sollte man Brandschutzkissen statt eines Mörtelschotts einsetzen?

Eine pauschale Entscheidung ist nicht sinnvoll. Ein Mörtelschott eignet sich für andere Anforderungen als ein flexibles Kissensystem.

Wenn eine Durchführung dauerhaft geschlossen bleiben soll und kaum Veränderungen zu erwarten sind, kann eine starre Lösung sinnvoll sein. Werden dagegen regelmässig Kabel ergänzt oder ausgetauscht, kann die Flexibilität von Brandschutzkissen ein wichtiges Argument sein.

Zusätzlich müssen Feuerwiderstand, Abmessungen und bauliche Voraussetzungen berücksichtigt werden.

Die Allseal AG prüft deshalb vor der Ausführung, welches Abschottungssystem zur vorhandenen Konstruktion und zur späteren Nutzung passt, statt grundsätzlich ein bestimmtes Material zu bevorzugen.

Häufige Fragen zu Brandschutzkissen

Was sind Brandschutzkissen?

Brandschutzkissen sind vorgefertigte Elemente für die brandschutztechnische Abschottung von Leitungsdurchführungen. Sie werden dicht um Kabel und Kabeltrassen in Wand- oder Deckenöffnungen eingebaut.

Wann eignen sich Brandschutzkissen besonders?

Sie können besonders sinnvoll sein, wenn Kabeldurchführungen später verändert oder nachbelegt werden sollen. Voraussetzung ist immer, dass das jeweilige System für die konkrete Einbausituation geeignet und entsprechend nachgewiesen ist.

Können Brandschutzkissen nach einer Kabelnachbelegung wiederverwendet werden?

Bei dafür vorgesehenen Systemen können einzelne Kissen entnommen und erneut eingesetzt werden. Anschliessend muss die Abschottung jedoch wieder vollständig entsprechend den Systemvorgaben hergestellt werden.

Welche Feuerwiderstandsklasse haben Brandschutzkissen?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Die erreichbare Feuerwiderstandsklasse hängt vom jeweiligen System, dem Bauteil, der Öffnung und der Kabelbelegung ab.

Fazit: Besonders interessant bei veränderbaren Kabelinstallationen

Brandschutzkissen bieten vor allem dort Vorteile, wo Kabelwege nicht dauerhaft unverändert bleiben. Sie ermöglichen einen vergleichsweise flexiblen Zugang zur Durchführung und können Nachinstallationen erleichtern.

Genau diese Flexibilität macht jedoch eine fachgerechte Planung und Ausführung notwendig. Kabelbelegung, Öffnungsgrösse, Bauteil und Feuerwiderstand müssen zum geprüften Abschottungssystem passen.

Als Brandschutz-Unternehmen unterstützt die Allseal AG bei der Auswahl, Ausführung und Dokumentation geeigneter Brandabschottungen für Kabel, Rohre und kombinierte Installationen.

Sie planen eine neue Kabelabschottung oder möchten eine bestehende Durchführung für spätere Nachbelegungen vorbereiten? Wir prüfen die Einbausituation und setzen eine passende Brandschutzlösung fachgerecht um.